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Uschi Fellnerlook into my life

Uschi Fellner | 05.02.2018

look! into my life by Uschi Fellner

Ich hasse Streit. Und tue eigentlich alles, um ihn zu vermeiden. Aber...

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look! Herausgeberin Uschi Fellner.

Gelegentlich kommt es vor, dass ich meinem Mann mitteilen möchte, dass mich etwas an ihm stört. Ich gehe dann diplomatisch vor. Um ihn nicht harsch kritisieren zu müssen, weil das mag er gar nicht, verschlüssle ich dann meine Botschaften auf das Raffinierteste. Das hat den Vorteil, dass zunächst einmal kein Streit entsteht. Und den überschaubaren Nachteil, dass mein Mann ­keine Ahnung hat, wovon ich überhaupt rede. Und sein Verhalten unverdrossen wiederholt. Da ich aus der Kindererziehung weiß, dass Geduld langfristig zum Erfolg führt, bringe ich die ­nächste verschlüsselte Botschaft an. Die mein Mann leider wieder nicht kapiert.

 

Er hat viele Qualitäten, meine genialen Botschaften zu entschlüsseln zählt nicht dazu. Offenbar war er nie bei den Pfadfindern, sonst hätte er gewiss ein Sensorium für versteckte ­Hinweise entwickelt. Und dann, wenn mein Mann meine meisterhaft verschlüsselte Botschaft zum DRITTEN MAL, DAS DARF DOCH NICHT WAHR SEIN!, nicht kapiert: Dann kracht es. Ich bin auch nur ein Mensch mit Nerven. Dann kommt es regelmäßig zum riesengroßen Hammer-Streit. Ohne Hammer natürlich, was unter anderem daran liegt, dass wir nicht einmal den Werkzeugkasten finden, weil mein Mann ein überaus engagierter Chaot ist (was ich in dieser Deutlichkeit aber frühestens nach dem dritten verschlüsselten Hinweis äußere).

 

Kaltblütig schleudere ich dem Mann meiner Wahl meine unverschlüsselte aufgestaute Kritik entgegen, nicht ohne in angemessener Lautstärke zu erwähnen, dass ich es aus Rücksichtnahme auf seine Unfähigkeit, Kritik anzunehmen, leid bin, verschlüsselte Botschaften anzubringen. Dann brüllt mein Mann: „Wovon redest du eigentlich?“ Dann kollabiere ich fast vor so viel Ignoranz. Und flüchte aus purer Intelligenz in die Schmollphase (sonst müsste ich ihn ja wieder kritisieren. Dann wäre er ja wieder beleidigt. Dann würde ein neuer Streit entstehen. Also.) Hernach schweigen wir einander in eiskalter Eintracht an, so bis zu drei, vier Stunden. Wozu hat man Kinder, über die man hervorragend scharf kommunizieren kann? „Sag deinem Vater, er kann sich gefälligst entschuldigen bei mir ...“

 

Da wir im Zustand des Kalten Krieges, in dem wir einander mühsam geflissentlich ignorieren, den Überblick verlieren, weswegen worüber gestritten wird, enden Streitereien in der Regel unentschieden. Wahrscheinlich vertragen wir uns letztlich nur aus purer Faulheit wieder. Und sind dann doch sehr froh, einander zu haben. Mit wem sollten wir sonst den riesengroßen Hammer-Streit führen, der unweigerlich wieder näher rückt?

 

In dieser Woche habe ich meine aktuelle verschlüsselte Botschaft bereits zweieinhalb Mal übermittelt. Sanft. Unverständlich. Rücksichtsvoll ... Soll noch einer sagen, ich bemühe mich nicht dauerhaft um Harmonie!

Einblicke in das Leben von Uschi Fellner gibt es nun auch auf YouTube:

 

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