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Editor's Mind Angelica Pral-Haidbauers Kolumne

Editor's Mind | 30.11.2020

Eigentlich würde ich euch jetzt locker gestehen …

… dass ich ein begeisterter Weihnachtsmensch bin. ABER.

Bild Angelica Edito neu.jpg
(© AQILA-Picture)

Also, eigentlich schreibe ich meine Editorials mit leichter Feder, wie es bei uns Journalistinnen so heißt. Eigentlich würde ich euch jetzt locker gestehen, dass ich ein begeisterter Weihnachtsmensch bin und wie ich bereits im Herbst die Bäume auf ihre optimale Lichterkettentauglichkeit überprüfe. Und wie sehr ich es liebe, meine Familie im Garten um den Feuerkorb zu versammeln, wenn die Enkelkinder ihre Würstel am Spieß braten und wir Erwachsenen den Punsch genießen. Wenn dann im Advent der Duft von Orangen, Zimt und Lebkuchen durchs Haus zieht und Frank Sinatra mit leisen Tönen von seinen „Weißen Weihnachten“ träumt, bereite ich mich sportlich auf den Hechtsprung vor, um den Höhepunkt der CD, „Stille Nacht“, zu stoppen. Dieses Lied aus meiner Heimatstadt darf nämlich erst am Heiligen Abend erklingen. Mit der Gitarre, nach dem Vaterunser, vor dem Christbaum. Ja, so würde es sein – eigentlich. Hätten wir keine Pandemie, wären wir nicht gerade im Lockdown. Bleiben meine Weihnachten-so-wie-immer mit meiner großen Familie heuer ein Traum? „Wir sind aus jenem Stoff gemacht, aus dem die Träume sind“, lässt William Shakespeare seinen Zauberer Prospero im Theaterstück „Der Sturm“ erkennen. Fegt da ein Sturm der Enttäuschung über mein Familienglück, weil sich jede Alternative irgendwie angstschwanger anfühlt?

 

„Nur weil die Angst so sehr gefügig macht. Aber trotzdem kämpfen wir. Trotzdem glauben wir. Trotzdem lieben wir.“

Erika Pluhar

 

Trotzdem

Da kommt mir passend dazu das Lied der großen Chanconnière Erika Pluhar in den Sinn, wo es heißt: „Nur weil die Angst so sehr gefügig macht. Aber trotzdem kämpfen wir. Trotzdem glauben wir. Trotzdem lieben wir.“ Dieses „Trotzdem“ wurde mir in Tagen wie diesen zum Motto: Trotzdem-Mut, Trotzdem-Zuversicht, Trotzdem-Hoffnung – auf ein Wiedererblühen in der Zeit „danach“.  Genau aus diesem Grund haben wir die Beiträge unserer Weihnachtsausgabe nicht umgestellt. Wir bringen trotzdem große Ballroben und Brautkleider, romantische Hideaways und jede Menge schöne Dinge des Lebens. Wir erzählen Ihnen von innovativen Niederösterreicherinnen und Niederösterreichern aus Kunst, Kultur und Wirtschaft, die gerade jetzt ihre kreativsten Ideen entwickeln und selbst die Krise als Chance nützen. Trotzdem.

Wie wird also unser Weihnachten werden? Ich weiß es nicht. Aber eines weiß ich ganz genau: Familie und Weihnachten sind letztlich ein Gefühl im Herzen. Und das kann uns kein Virus nehmen. In diesem Sinne wünschen wir euch allen ein gesegnetes Weihnachtsfest und für das Neue Jahr eine tägliche Extra­portion von all jenen Dingen, die euch wertvoll sind – vor allem aber Gesundheit.

Eure Angelica Pral-Haidbauer

Chefredakteurin