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Lifestyle | 20.11.2019

Flüssiges Gold

Tut gut, schmeckt gut: Die beiden Attribute gehen nicht allzu oft zusammen. Doch die Natur hält ein Wundermittel bereit, das nicht nur wunderbar süß und cremig unseren Gaumen erfreut, sondern auch vielseitig als gesunde Geheimwaffe wirkt.

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(© Shutterstock)

Die Rede ist von Honig. Bereits seit Jahrhunderten kommt der Bienennektar als Heilmittel zum Einsatz. Zurecht, denn ihm wird eine heilende Wirkung bei Wunden und Entzündungen nachgesagt.

Eine neuseeländische Untersuchung bestätigt die antibakterielle und antiseptische Wirkung der zähen Flüssigkeit. Ganze 60 unterschiedliche Bakterienarten können damit abgewehrt werden, und sogar resistente Keime lassen sich mit Honig bekämpfen. Verantwortlich dafür sind spezielle Enzyme, die von den Bienen produziert werden. Außerdem entzieht der hohe Zuckergehalt den Bakterien das überlebenswichtige Wasser, und nicht zuletzt wirkt das enthaltene Wasserstoffperoxid keimtötend. Damit das Heilmittel seine volle Wirkung entfalten kann, ist es allerdings Voraussetzung, den Honig nicht über 40 Grad zu erhitzen. Für die traditionelle Variante in Tee oder Milch sollte man also darauf achten, dass das Getränk etwa erst bei Trinktemperatur gesüßt wird. Zur äußeren Anwendung eignet sich Honig etwa gegen Unreinheiten, für eine wohltuende Pflegeeinheit in Form einer Maske oder vermischt mit Topfen gegen trockene Lippen.

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Aber damit noch nicht genug. Einer vom Österreichischen Imkerbund in Auftrag gegebenen Studie zufolge wirkt sich der regelmäßige Verzehr des goldenen Sirups auch positiv auf Schlaf, Magnesiumhaushalt und Verdauung aus. Zudem konnte eine Linderung von Kopfschmerzen festgestellt werden, und die Probanden fühlten sich insgesamt fitter. Schließlich kann Honig auch als Ersatz für weißen Zucker punkten. Als einziges Süßungsmittel verfügt der goldgelbe Nektar über eine Vielzahl von Kohlenhydraten. Damit lässt sein Verzehr den Blutzuckerspiegel nach und nach ansteigen, hält ihn lange Zeit konstant und sorgt letztlich auch für ein langsames Abfallen. Dank der geringen Insulinausschüttung bleiben Heißhungerattacken aus, dafür setzt schnellere Sättigung ein. Honig schmeckt zwar süß, macht uns aber nicht süchtig nach Süße. Im Gegenteil! Viele Studienteilnehmer reduzierten von selbst ihren Süßigkeitenkonsum, ohne diesen als Verzicht zu empfinden.


10 Fakten über Honig

  1. In einem Bienenstock leben im Sommer ca. 70.000 Bienen. Im Winter wird die Zahl der Bewohner drastisch reduziert. Die Drohnen, alte und kranke Bienen werden dem Stock verwiesen.
  2. Bienen rackern sich für die Landwirtschaft so richtig ab. Nach Rind und Schwein nehmen die Honigbienen den dritten Platz unter den wichtigsten Nutztieren ein. Direkt und indirekt ist die Biene für ein Drittel unserer Nahrungsproduktion verantwortlich. 
  3. Eine Biene lebt durchschnittlich vier bis fünf Wochen. In dieser Zeit produziert sie etwa einen Esslöffel Honig.
  4. Bereits die Menschen in der Steinzeit sammelten Honig – damals das einzige Süßungsmittel und Köder bei der Bärenjagd. 
  5. Für eine Portion Honig legt die Biene etwa 3.000 Kilometer zurück.
  6. Bienen können bis zur Hälfte ihres Körpergewichts an Honig transportieren. Das entspricht etwa 50 Milligramm. 
  7. 100 Gramm Honig enthalten zwischen 16 und 23 Prozent Wasser.
  8. Damit aus Blütennektar oder Honigtau von Bäumen Honig wird, müssen die Stoffe von der Biene aufgenommen werden, mit körpereigenen Stoffen umgewandelt, dehydriert und in den Waben des Bienenstocks eingelagert werden.
  9. Das Wort Honig stammt aus dem Indogermanischen und bedeutet soviel wie „der Goldfarbene“.
  10. Drohnen schlüpfen aus unbefruchteten Bieneneiern, Arbeiterinnen aus befruchteten. Die Bienenkönigin, die für die Befruchtung zuständig ist, kann entscheiden, wer aus einem Ei schlüpfen soll.