Loading…
Du befindest dich hier: Home | Lifestyle

Lifestyle | 13.03.2020

Don't worry, be happy

Warum Erfolg wirklich eine Frage der Perspektive ist.

Bild shutterstock_369332573.jpg
(c) Shutterstock

Optimistische Menschen sind gesünder, beliebter und erfolgreicher. Dabei ist es nicht allein eine Frage der Gene, ob das Glas für uns halb leer oder halb voll ist. Zu einem Großteil haben wir es selbst in der Hand, ob wir mit einer positiven oder negativen Einstellung durchs Leben gehen.

Angeeignet. Lediglich zu 20 bis 30 Prozent ist es genetisch bestimmt, ob wir eine optimistische oder pessimistische Einstellung teilen. Daneben wird diese vor allem von eigenen Erlebnissen und Erfahrungen genauso wie der elterlichen Erziehung und unserem sozialen Umfeld geformt. Dies bestätigt auch Markus Riedl, Coach und Trainer aus Innsbruck, der sich in seinen Seminaren regelmäßig mit Motivation und Optimismus beschäftigt. „Sind wir behütet aufgewachsen, konnten wir Urvertrauen entwickeln und Selbstliebe? Dann begegnen wir dem Leben von klein auf mit viel mehr natürlicher Zuversicht. In weiterer Folge sind es die Erfahrungen, die wir im Laufe unseres Lebens machen. Meist bestätigen diese aber unsere Grundhaltung wie eine selbsterfüllende Prophezeiung. Je nach Einstellung nehmen Optimisten vornehmlich Erfreuliches und Positives wahr, während Pessimisten, wenn sie dasselbe erleben, Negatives bewusst wird und sie die Nachteile sehen.“ Damit sind Optimismus und Pessimismus aber nicht in Stein gemeißelte Eigenschaften. Denn so, wie sich unsere Lebenseinstellung über die Jahre erst entwickelt, lässt sie sich auch im Erwachsenenalter noch verändern.

Plus und minus. Beide Geisteshaltungen zeichnen sich durch einige typische Charakteristika aus, die schließlich den Unterschied machen, ob wir zu den Halb-voll- oder den Halb-leer-Denkern zählen. Optimisten vertreten laut Riedl zwei grundlegende Sichtweisen. „Zum einen glauben sie, Herr oder Frau ihres Lebens zu sein und das Schicksal mitgestalten zu können. Zum anderen vertrauen sie darauf, dass sie die für eine Aufgabe notwendigen Fähigkeiten besitzen, und konzentrieren sich auf ihre Stärken.“ Pessimisten hingegen versinken leicht in Selbstmitleid und sehen stets die eigene Unfähigkeit. Dabei nehmen sich Negativdenker oft nicht als solche war. „Eingefleischte Pessimisten sind meist davon überzeugt, die einzigen Realisten zu sein. Sie sehen in Optimisten, die sich angestachelt fühlen, wenn andere aufgeben, eher die Träumer“, stellt Riedl fest. Nichtsdestotrotz lässt sich Optimismus lernen, ist sich der Experte sicher. Der erste wichtige Schritt dahin sei der eigene Entschluss. Und dieser kann sich durchaus lohnen, denn immerhin soll eine optimistische Sichtweise sowohl unserem körperlichen, seelischen und geistigen Befinden als auch dem beruflichen Erfolg zugutekommen.

Bild shutterstock_518216914.jpg (1)
(c) Shutterstock

Körper und Geist. Wissenschaftliche Studien bestätigen, dass Optimismus ein wahres Lebenselixier ist. Positiv eingestellte Menschen litten demnach nur halb so häufig an Infektionskrankheiten wie Pessimisten. Allgemein scheinen Optimisten über ein stärkeres Abwehrsystem zu verfügen, schaffen es zudem ihre Selbstheilungskräfte zu aktivieren und können sich überwiegend guter Gesundheit erfreuen. Körperliches und seelisches Wohlbefinden gehen oft Hand in Hand. Dabei ist es nicht so, dass eine optimistische Einstellung vor jeder Erschütterung bewahrt. Auch Optimisten kennen Unwohlsein und Tiefen. Allerdings schaffen sie es, beinahe einer jeden Sache etwas Gutes abzugewinnen, und versuchen sich aktiv an einer Verbesserung.
Rückschläge werden somit nur als vorübergehende Phase angesehen oder sogar mehr als Herausforderung, denn als Problem betrachtet.
Jedoch beeinflusst unsere Lebenseinstellung nicht nur unser Befinden, sondern lässt auch Effekte auf unser soziales Umfeld und unsere geistige Aktivität erkennen. So kommen optimistisch orientierte Menschen meist gut bei anderen an und neigen dazu, sich mit anderen Optimisten zu umgeben. Zum anderen ist eine positive Haltung förderlich für die Ausrichtung der Geistesaktivität. Während Pessimismus zu ständigem Grübeln über mögliche Probleme und Hindernisse verleitet und somit das Konzentrationsspektrum einschränkt, widmen sich Optimisten ihren Aufgaben weitaus unbefangener. So können sie sich Dinge besser merken, zeigen mehr Ideenreichtum und Kreativität, und sogar die Sinnesorgane arbeiten funktionstüchtiger. Demnach sehen und hören Optimisten beispielsweise häufig besser als negativ eingestellte Personen.

Erfolgszutat. Mit den verschiedenen Effekten, die Optimismus und Pessimismus auf unsere Verfassung und unseren äußeren Eindruck mit sich bringen, stellen sie einen entscheidenden Faktor für unser Berufsleben dar. Schon die Chancen auf einen Job scheinen Einstellungssache zu sein, denn sie fallen umso positiver aus, je optimistischer sich der Bewerbende gibt. Riedl beschreibt eine optimistische Einstellung gar als eine der wichtigsten Zutaten des Erfolgsrezepts. „Der Optimist bleibt oft so lange an einer Sache dran, bis sich der Erfolg einstellt, auch wenn mehrere Anläufe notwendig sind. Er steckt sich hohe Ziele, er will zur Sonne. Wenn er es dann nur bis zum Mond schafft, ist das auch schon ein großer Erfolg. Ein Pessimist würde sich von vornherein eher den Nachbarort als Ziel setzen, um bei dieser Metapher zu bleiben.“ Eine optimistische Einstellung bringt somit entscheidende Vorteile für Beruf und Karriere. „Optimisten sitzen häufig in der ersten Reihe des Lebens, andere halten sie für Glückspilze. Sie sind beruflich erfolgreich, sind guter Dinge und erfreuen sich guter Gesundheit. Aufgrund ihrer optimistischen Einstellung – auch gegenüber sich und ihren Fähigkeiten – trauen sie sich große Dinge und Positionen zu und streben diese aktiv an. Sie glauben an sich und ihren Erfolg und können so ihre Fähigkeiten voll entfalten.“

Bild shutterstock_792442291.jpg
(c) Shutterstock

Gute Mischung. Teams, die sich rein aus Optimisten zusammenschließen, agieren schlussendlich allerdings nicht unbedingt am erfolgreichsten. Laut Riedl können sich unterschiedliche Sichtweisen sehr gut zu einer effizienten Zusammenarbeit ergänzen. „Schon Walt Disney hat seinerzeit folgenden Ablauf für die Entwicklung neuer Projekte eingehalten, um diese aus verschiedenen Perspektiven zu entwickeln und zu prüfen: zuerst die Sicht des Visionärs, dann die Sicht des Kritikers und dann die Sicht des Realisten. Wichtig ist, dass sich die Menschen ihrer Unterschiede bewusst sind und diesen Gegensatz respektieren und schätzen. Wenn Optimisten wie auch Pessimisten nur ihre eigene Sicht der Dinge vehement durchsetzen möchten, führt das zu permanenten Konflikten. Wird die Sichtweise des Gegenübers dialektisch zur Prüfung und Nachjustierung der eigenen Position genutzt, werden beide Seiten davon profitieren, und es werden daraus mehr Produktivität und bessere Ergebnisse resultieren.“

Optimist werden. Auch wenn Optimismus nicht die einzig mögliche Einstellung ist, so lebt es sich damit vermutlich etwas leichter. Wobei es sich allerdings um echten Optimismus handeln sollte, denn wer sich eine optimistische Haltung einredet, innerlich aber negativ gepeilt ist, oder mehr an naiver Schöndenkerei vor verschleierter Realität festhält, der wird kaum von den wahren Stärken des Positivdenkens profitieren. Wie aber schafft man es, auf die optimistische Seite zu wechseln? Für die ersten Schritte in Richtung positiver Gesinnung rät Riedl: „Unser tägliches Leben besteht aus einer Aneinanderreihung von sehr vielen kleinen und großen Entscheidungen. Was man vorhersieht oder erwartet, neigt dazu, Wirklichkeit zu werden. Wenn man sich angewöhnt, zuerst bei kleinen Entscheidungen eine positive Geisteshaltung als Entscheidungsgrundlage zu wählen und dann größere Entscheidungen mit einer optimistischen Grundhaltung anzugehen, wird im Laufe der Zeit mit einer reichen Ernte belohnt werden. Außerdem sollte man die Nähe von optimistischen Menschen suchen. Studieren Sie
deren Herangehensweise an kleine und große Dinge und versuchen Sie sich selbst daran.“