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Lifestyle | 27.03.2020

Kultur per Klick - Museumsbesuche zu Zeiten von #stayathome

Sehnen Sie sich auch danach, mal wieder etwas Anderes zu sehen als die Zimmer Ihrer Wohnung und die Aussicht vor dem Fenster? Wie wäre es mit einem Ausflug ins Museum? Mit dem Laptop auf dem Schoß habe ich es mir auf der Couch gemütlich gemacht und mich per Mauszeiger auf die Suche nach den spannendsten Museen in der virtuellen Welt begeben.

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Bei den virtuellen Touren ist man mindestens genauso nah an den Exponaten dran, wie bei einem realen Museumsbesuch. (Foto: Shutterstock)

Alte Meister

Haben Sie schon einmal vom Städel Museum in Frankfurt gehört? Die Kunstsammlung umfasst mehr als 700 Jahre europäischer Kunstgeschichte. Unter den Exponaten sind zahlreiche Werke großer Kunstschaffenden enthalten – von Botticelli und Dürer über Monet und Picasso bis hin zu Kirchner und Richter. Zwar mag sich das Museum nicht ganz der Popularität eines Louvre oder eines MET erfreuen, in der virtuellen Welt kann das Städel aber mit Leichtigkeit mit den Ikonen mithalten. Klick für Klick lässt sich das reiche Digitalangebot des Städel Museums von daheim aus erleben. In der digitalen Sammlung kann man die Jahrhunderte etwa individuell nach Motiven durchforsten oder man begibt sich auf die Spuren bestimmter Künstlerinnen und Künstler. Verschiedene Alben widmen sich zudem Werken zu ausgewählten Themen und laden zu kurzweiligen und informativen Präsentationen ein. Einige davon sind mit einem Podcast hinterlegt, sodass man wie bei einer klassischen Museumsführung der Stimme einer Kunstexpertin oder eines Kunstexperten lauschen kann. Wer noch tiefer in die Museumswelt und die Vergangenheit eintauchen möchte, kann sich auf „Zeitreise“ begeben und das Städel und seine Werke im Jahre 1878 im Rahmen zweier geführter Touren oder auf eigene Faust erkunden. Näher dran geht es kaum. An Equipment reicht allein ein PC mit 200 MB freiem Speicherplatz.

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Beinahe genau wie in der realen Welt von vor knapp 150 Jahren präsentiert sich die Städelsche Sammlung bei der "Zeitreise" (Foto: Städel Museum)

Fly me to the moon

Hautnah ran kommt man auch mit der NASA, genauer gesagt im NASA Glenn Research Center. Über die Website bietet das Forschungszentrum, das in der analogen Welt seinen Sitz in Brook Park, Ohio hat, zehn virtuelle Touren. Von der simulierten Mondlandschaft bis zum Windtunnel kann man die Forschungsbereiche der US-Raumfahrtbehörde kennenlernen. Dafür steht jede Menge Material in Form von Videos, Fotos und kurzen Infotexten zur Verfügung. Jede Tour wird mit einer knappen allgemeinen Info zum gewählten Bereich eröffnet. Anschließend kann man sich von einer 360-Grad-Aufnahme zur nächsten bewegen und die Raumforschung nach Lust und Laune erkunden. Die Touren sind übersichtlich und simpel aufgebaut, sodass man sich instinktiv zurechtfindet und sich auf die Inhalte konzentrieren kann. Auch wenn man sich in seiner Freizeit sonst nicht mit Raketen, Weltall und Mondexpeditionen beschäftigt, lohnt sich ein virtueller Ausflug ins NASA-Glenn-Forschungszentrum. Einzige Voraussetzung für die Besichtigung sind in diesem Fall zumindest die Basics der englischen Sprache, da das Angebot bis jetzt ausschließlich auf Englisch verfügbar ist.

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Bei verschiednen virtuellen Touren kann man die Forschungsarbeit der US-Raumfahrtbehörde genauer kennenlernen. (Foto: Shutterstock)

Hey, T-Rex        

Das Smithsonian National Museum of Natural History in Washington D.C. ist eines der meistbesuchten Museen weltweit. Sein digitales Angebot ist ebenfalls einen Klick wert, denn abgesehen davon, dass man sich dafür nicht einmal aus der eigenen Wohnung bewegen muss und sich unbeirrt von anderen Besucherinnen und Besuchern den Exponaten widmen kann, unterscheiden sich die Touren kaum von einem echten Besuch. Man kann von Ausstellungsstück zu Ausstellungsstück wandern, die Infotafeln dazu lesen und sich in Ruhe umschauen. Zur Auswahl stehen fünf verschiedene Touren, darunter die Dauerausstellung sowie aktuelle und vergangene Sonderausstellungen. Per Karte kann man sich leicht einen Überblick über die einzelnen Etagen und Themenräume des Museums verschaffen. Wenn Sie bereits der Elefant in der Eingangshalle fasziniert, werden Sie sicher auch die Unterwasserwesen und Dinosaurierskelette im Obergeschoß nicht langweilen. Aber seien Sie vorsichtig! Man erschrickt leicht, wenn man die Kamera schwenkt und plötzlich auf den Bauch eines lebensgroßen Wals blickt. Die Auswahl ist riesig, und so lohnt es sich wie bei vielen Real-Life-Museumsbesuchen, ein paar persönliche Favoriten herauszupicken und diese in Ruhe auf sich wirken zu lassen. Sie können ja jederzeit wiederkommen.

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Wie in der realen Welt wird man auch bei einem digitalen Besuch von dem riesigen Dickhäuter in der Eingangshalle empfangen. (Foto: Shutterstock)

Habemus Papam

Wer hätte gedacht, dass ausgerechnet der Vatikan eines der erlebenswertesten virtuellen Führungsangebote in petto hat? Unter https://www.youvisit.com/tour/vatican kann man an einer Führung zu ausgewählten Spots rund um den Petersdom teilnehmen. Treffpunkt ist bei strahlendem Sonnenschein am Petersplatz. Dort wartet auch der Tourguide, zwar nicht mit dem ikonischen Schirm oder einem bunten Fähnchen, an guten Infos zu den Sehenswürdigkeiten mangelt es Gott sei Dank aber nicht. Eine Karte hilft dabei, sich einen Überblick über die möglichen Tourstopps zu verschaffen und den Vatikan nach persönlichen Interessen zu erkunden. Damit aber nicht genug. Denn mindestens genauso prächtig wie die Außenareale sind die Bauten des Vatikans auch von innen. Nicht umsonst wimmelt es hier im realen Leben von Besucherscharen. Bei einem virtuellen Besuch hingegen hat man die Prunkräume ganz für sich allein und kann das Interieur aus nächster Nähe betrachten. Na, entdecken Sie die berühmten Hände in Michelangelos Fresko „Die Erschaffung Adams“ in der Sixtinischen Kapelle?

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Das Deckenfresko der Sixtinischen Kapelle in Rom ist weltberühmt. Per Online-Tour lassen sich die unzähligen Details entspannt von daheim aus betrachten. (Foto: Shutterstock)

Noch mehr Kultur

Wer in unserer kleinen Auswahl seinen Liebling noch nicht gefunden hat oder noch nicht genug von den virtuellen Entdeckungstouren hat, für den empfiehlt sich Google Arts and Culture. Hier kann man sich in Streetview-Manier auf Streifzüge durch zahlreiche Ausstellungen und Kulturdenkmäler begeben. Die Liste der Orte und Themen scheint unendlich lang – und ehe man sich versieht, verliert man sich irgendwo zwischen Machu Picchu und dem Sidney Opera House.