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Lifestyle | 04.02.2019

Zeit der Zärtlichkeit

Geschäftsidee. Beim Badener Ehepaar Michael und Lisa Schulz können Frauen „Männer für gewisse Stunden“ buchen, die sie mit erotischen Massagen verwöhnen. look! sagen die beiden Marketingexperten, warum sie vom Erfolg überzeugt sind.

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Der Schein trügt. Das trachtige Outfit täuscht: Michael und Lisa Schulz stürmen nicht die Volksmusik-Hit­parade, sondern bieten erotische Massagen für Frauen an. © beigestellt

Manchmal ist alles ganz anders, als man denkt: Nein, das ist nicht das neue Traumpaar der Volksmusikszene, das sind nicht die Nachfolger von Florian Silbereisen und Helene Fischer. Das sind Michael und Lisa Schulz, ihres Zeichens Betreiber eines Etablissements im niederösterreichischen Brunn am Gebirge, in dem sogenannte „Sensual Massagen“ für Damen angeboten werden. Richtig: Hier massieren nicht die Frauen, sondern Männer lesen den Kundinnen jeden (erotischen) Wunsch von den Augen ab. In look! erzählen Lisa, 27, und Ehemann Michael, 37, warum sie ihre erlernten Berufe an den Nagel hängen und sich ganz und gar der neuen beruflichen Herausforderung widmen.

look: Welche Berufe haben Sie beide erlernt?

Lisa Schulz: Ich habe das Masterstudium im Bereich Wirtschaft mit Schwerpunkt Marketing im Jahr 2018 absolviert und war parallel zum Studium als Chefsekretärin im Projekt- und Baumanagement tätig.

Michael Schulz: Ich habe eine Ausbildung im Kultur- und Kongress­management und war jahrelang im Bereich des Webdesigns und Onlinemarketings tätig.

 

Arbeiten Sie noch in Ihren „bürgerlichen“ Berufen?

Michael Schulz: Wir befassen uns schon seit einiger Zeit mit dem Thema Sensual Massage für Frauen und realisieren diese Idee nun, die bisher lediglich als Theorie vorhanden war. Und wir sind fest davon überzeugt, dass auch diese Tätigkeit aufgrund der Tatsache, dass es um das Wohlbefinden der Frau geht, als „bürgerlicher Beruf“ bezeichnet werden kann.

 

Wie reagiert Ihr Umfeld auf die Tatsache, dass Sie sich nun „Sensual Massagen“ widmen?

Michael Schulz: Sicher, das Thema ist vielleicht etwas speziell. Das hat sich auch in vielen Gesprächen mit Menschen aus unserem Umfeld – sowohl männlich als auch weiblich – gezeigt. Aber wenn man ausführlich erklärt,  worum es geht, regt sich bei allen das Interesse und sie werden neugierig.

 

Wie kamen Sie auf die Idee, Sensual Massagen für Frauen anzubieten?

Lisa Schulz: Es existieren umfangreiche Angebote für den Mann. Eine von der Frauenwelt akzeptierte und für die Frauen geschaffene Möglichkeit, sich voller Vertrauen fallen zu lassen, ist bisher nicht vorhanden. Zumindest auf dem Niveau, das wir jetzt bieten. Das machen wir uns zur Berufung.

 

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© beigestellt

Trauen sich Frauen überhaupt ein solches Angebot in Anspruch zu nehmen – ist die Hemmschwelle nicht größer als bei Männern?

Lisa Schulz: Doch, die Hemmschwelle bei Frauen ist größer als bei Männern. Wir möchten auf diesem Weg vermitteln, dass Berührung etwas ganz Natürliches und Schönes ist und ebenso von der Frau in Anspruch genommen werden darf und kann.

 

Was denken Sie, warum nehmen Frauen das Service der Sensual Massage in Anspruch – weil sie keinen Mann haben oder weil sie etwas Neues, Auf­regendes erleben wollen?

Lisa Schulz: Wir sind der Meinung, dass Zärtlichkeit, Berührungen und körperliche Nähe oft auch in bestehenden Beziehungen vernachlässigt werden. Wir bieten nun der Frau die Möglichkeit, sich auf einer neuen körperlichen Ebene zu entdecken. Natürlich ist eine Sensual Massage ein aufregendes Erlebnis.

 

Wollen Frauen eher Sex oder Zärtlichkeit bei der Sensual Massage?

Lisa Schulz: Die Sensual Massage beinhaltet keinen Geschlechtsverkehr. Zärtliche Berührungen und Aspekte von Tantra, wie z. B. die Yoni-Massage (Vagina-Massage, Anm.), stehen im Fokus. Unserer Meinung nach kann die Frau auf diese Weise ihren Körper neu kennenlernen und intensiver erfahren als bei einem Geschlechtsakt.

 

Wie weit geht die Sensual Massage?

Michael Schulz: In einem Vorgespräch wird sichergestellt, dass bei der Massage auf die Wünsche der Frau eingegangen wird. Da das Hauptaugenmerk auf der Entspannung und dem Wohlbefinden der Frau liegt, kann sie selbst entscheiden, ob die Massage bis zum Orgasmus führen soll. Zudem kann die Frau auch in den Genuss des „Squirting“ kommen (weibliche Ejakulation, Anm.). In diesem Bereich arbeiten wir mit einem der besten Squirting-New­comer-Masseure im deutschsprachigen Raum zusammen.

 

Kann sich die Kundin einen Mann für die Sensual Massage aussuchen?

Michael Schulz: Ja, wir haben die Profile unserer Masseure auf unserer Homepage www.shiva-massagen.at angeführt. Hier findet frau zu jedem Masseur ein Bild und eine Beschreibung seiner Herangehensweise. Nachdem die Entscheidung getroffen wurde, kann via Mail oder Telefon ein Termin vereinbart werden. Eine Stunde kostet 160 Euro, zwei Stunden 300 Euro.

 

Wie viele Männer stehen als Masseure zur Verfügung?

Michael Schulz: Momentan haben wir vier Masseure in unserem Team, sie sind zwischen 25 und 40 Jahre alt. Die Ausbildung unserer Masseure reicht von Sportmassage bis zur Tantra-Massage. Durchgehend haben alle Masseure, mit denen wir zusammenarbeiten, langjährige Vorerfahrung im Bereich der Massage.

 

Wie tolerant sind Sie selbst? Wäre es ein Problem, wenn Ihr Partner/Ihre Partnerin eine Sensual Massage in Anspruch nimmt? 

Lisa Schulz: Nein, ganz im Gegenteil. Ich persönlich denke, dass dies lediglich eine Bereicherung sein kann. Natürlich sollte dies innerhalb einer Beziehung konsensual ablaufen.