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People | 20.09.2019

Alter ist nur eine Zahl

Sie ist Stil-Ikone, gefragtes Model, Fashion-Influencerin und beeindruckende Best Agerin: Aktuell ziert Iris Apfel, 98, die neue AIGNER-Kampagne.

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Ich war, bin und bleibe neugierig und habe Lust, die Welt zu entdecken. © Ruven Afanador

Mit dem Begriff „Trend“ kann Iris Apfel wenig anfangen. Weder fühlt sie sich der schnelllebigen Mode verpflichtet, noch ist sie bereit, sich deren Diktat zu unterwerfen. Sich nach Regeln zu kleiden, die andere vorgeben, ist ihr unvorstellbar.

Die 98-jährige US-Amerikanerin, geboren am 29. August 1921 als Iris Barrel im New Yorker Stadtteil Queens, ist vielmehr bekannt für ihren ebenso eigenwilligen wie eigenständigen Look. Schwarze XXL-Brillen,

das weiße Haar akkurat kurz geschnitten, gesegnet mit einem untrüglichen Gespür für Formen und Farben, das es ihr erlaubt, einem eklektischen Kleidungsstil zu frönen. Perfekt für das Mode-Unternehmen AIGNER, das nun zum zweiten Mal mit Iris Apfel als Testimonial seine aktuelle Kollektion bewirbt. „Stil ist keine Frage des Alters“, meint die einstige Innenarchitektin, die jahrzehntelang auch das Interieur des Weißen Hauses mitbestimmte und jeden US-Präsidenten der jüngeren Geschichte persönlich kennt. Mit dieser Einstellung war sie geradezu die Idealbesetzung für die AIGNER-Kampagne zur Herbst/Winter-Kollektion, die ebenfalls keinem allgemeinen Trend folgt, sondern der Aufklärung gewidmet ist: „Enlightenment“ meint dabei die Befreiung von überholten Vorstellungen und die Hinwendung zum Fortschritt.

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ONE-OF-A-KIND. Das Blumenmuster der AIGNER-Kampagne hat es Iris Apfel besonders angetan. „Ich ziehe an, worin ich mich wohlfühle“, lautet das Credo der zur Kultfigur Avancierten. © Ruven Afanador

In die Zukunft blickt auch Iris Apfel unermüdlich. Einer breiteren Öffentlichkeit bekannt wurde sie erst im Alter von 84 Jahren, als ihr das Metropolitan Museum of Art in New York die Ausstellung „Rara Avis“ widmete und der exzentrisch anmutenden Lady so ein neues Lebenskapitel eröffnete.

Es folgten ein Film über sie, diverse Publikationen und zahlreiche Foto-
shootings. Designer auf der ganzen
Welt nannten sie fortan als ihre Inspirationsquelle. Dem oft kritisierten Jugendwahn der Modebranche trotzend, wurde Iris Apfel im tatsächlich reifen Alter zur Ikone, zum Sprachrohr derer, denen Individualität mehr ist als ein bloßes Schlagwort, zur Hoffnungsträgerin all jener, die Stil von Style unterscheiden können – und zur Leitfigur der Lebenslust.

„Ich war, bin und bleibe neugierig und habe Lust, die Welt zu entdecken“, erzählte sie am Rande des AIGNER-Kampagnenshootings. „Ohne Arbeit geht es nicht, sie gibt mir die Möglichkeit, meinen Horizont zu erweitern. Die Zusammenarbeit mit AIGNER war sehr inspirierend. Ich kenne die Marke schon so lange, und es ist wunderbar, dass Brands mit echter Geschichte noch existieren.“ Außerdem könne sie sich mit Enlightenment, also der Idee zur Kollektion, zu 100 Prozent identifizieren. „Ich selbst habe mich von starren Denkweisen stets gelöst, für mich gibt es keine Regeln, und mir war es schon immer wichtig, meine Persönlichkeit durch meinen Stil auszudrücken. Egal, ob es anderen gefällt oder nicht, ich ziehe an, worin ich mich wohlfühle.“

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© iStock by Getty Images

Ihr individueller Lebensentwurf hat Iris Apfel schließlich auch erst zu der Persönlichkeit gemacht, die sie heute ist. Eine Ausnahmeerscheinung, die hofft, mit ihrem Stil auch anderen Mut zur Eigenständigkeit zu machen. Denn Uniformität ist Iris Apfel ein Gräuel. „Mode ist für alle ein Ausdrucksmittel. Wenn Sie in derselben schwarzen Uniform herumlaufen wie alle anderen, signalisieren Sie der Welt: Ich bin wie alle anderen!“ Und das war sie gewiss noch nie.